Kreditvergabe

Darlehensgewährung

Die Kreditvergabe im Euroraum nimmt zu Beginn des Jahres wieder zu. Im Jänner haben die Kreditinstitute 3,4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr an Unternehmen vergeben, wie die Europ. Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt teilte. Der Pluspunkt lag im Monat September noch bei 3,1 vH. Im Vergleich zum Vorjahr gewährten die Kreditinstitute den privaten Haushalten wieder 2,9 Prozentpunkte mehr Kredit. Die Währungsbehörden pumpten seit etwa drei Jahren jede Wochewoche durch den Ankauf von Staatsschuldverschreibungen und anderen Papieren in Milliardenhöhe in das Bankwesen, um die Kreditinstitute dazu zu bringen, mehr zu verleihen.

Darüber hinaus hielt die EZB ihren Leitzinssatz mit 0,0 Prozentpunkten auf einem historischen Tiefststand. Erwartungsgemäß stieg die von der Zentralbank besonders geachtete Geldzufuhr M3 im Jänner um 4,6 vH. Neben den Kassenbeständen und Kontokorrenteinlagen zählen auch Geldanlagepapiere und Schuldtitel zur Geldanlage M3.

Mangelnde Orientierung im derzeitigen Basel-II-Zeitplan

Die Basel II bestimmt auf der ganzen Welt, mit wie viel Eigenkapitalbanken ihre Darlehen in Zukunft absichern müssen. Demnach sind die Kreditinstitute verpflichtet, riskante Kreditexposures mit einem pauschalen Satz von acht Prozentpunkten des Eigenkapitals zu absichern. In Basel II ist eine Änderung vorgesehen, soweit die Eigenmittelunterlegung auf einer nach der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers abgestuften Risikobewertung basieren soll.

Dies bedeutet, dass bei schlechter Bonität des Schuldners die Eigenmittelunterlegung der Bank zunimmt und vom Kreditnehmer ein erhöhter Zins gefordert wird. Urspruenglich sollten die vorgesehenen neuen Eigenmittelrichtlinien (Basel II) ab 2004 in Kraft treten. Gegen die vom Basler Ausschuss für Bankaufsicht vorgeschlagene Regelung gibt es internationalen Widerspruch. Sie wollen sicherstellen, dass nur unvorhersehbare Ausfälle von Krediten durch Eigenmittel gedeckt werden müssen, nicht aber unvorhergesehene Ausfälle.

Wenn dies der Fall wäre, müsste das Reglement weiter geändert werden. Die British Banking Association und die Association of London Investment Bankers plädieren für eine Verschlankung der Leitlinien zur Eigenkapitalausstattung. Im Mittelpunkt der Kritiker wird dann die Prozyklizität der Basel-II-Verordnungen stehen.

Während in wirtschaftlich günstigen Phasen die Kreditinstitute daher mehr Darlehen gewähren würden, würden in wirtschaftlich schwierigen Phasen Darlehen, die auf der Grundlage der Basel II-Vorschriften benötigt werden, verweigert. Eine Koordination zwischen dem IASB (Intenational Accounting Standard Board) und dem Basler Komitee hat ebenfalls noch nicht stattgefunden. Der Basler Komitee untersucht zurzeit, wie man den Amis entgegenkommt.

Die Capital Markets Task Force des Basler Komitees wird dann am 9. und 9. Oktober 2003 über eventuelle Veränderungen diskutieren. Das Komitee wird auf seiner Tagung am 10. Oktober 2003 eine abschließende Beschlussfassung über den Terminplan vorlegen.