Italien Schulden

Schulden Italiens

Sie sieht mehr Schulden vor als bisher geplant. Die Länder können ohne Risiko Schulden aufnehmen. Die italienische Regierung sollte Korrekturen an ihrem Haushalt vornehmen. Schuldenbudget-Streit: Brüssel und Rom zeigen ihre Stärke. Höhere Verschuldung als nach EU-Recht zulässig:

Schulden: Im Unterschied zu Griechenland ist Italien zu groß, um zu scheitern.

In den Plänen scheint zu erschöpfen, wie weit Italien mit einer Konfrontationspolitik zwischen der EU-Kommission und der EZB gehen kann. Schließlich tut die römische Landesregierung das genaue Gegenteil von dem, was eine riesige Verschuldung von 133,4 Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) tatsächlich von ihr verlangen würde. Die Sozialleistungen werden aufgeteilt und die öffentlichen Aufwendungen angehoben, was bedeutet, dass die öffentlichen Defizite weit über die der EU und der EZB zugesagten 0,8 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts hinaus auf rund zweieinhalb Pro-rata steigen werden.

Das Defizit wird durch neue Bundesanleihen italienischer Handelsbanken ausgeglichen, so dass "die Bankenbilanzen in Italien in jüngster Zeit mehr Bundesanleihen als weniger aufweisen", so die Verwarnung von Bundesbankpraesident Jens Weidmann in der vergangenen Jahr. Nachdem Griechenland im vergangenen Hochsommer das Rettungspaket der EU mit Erfolg beendet hat, bedroht Italien nun, die Stabilisierung des Euros wieder auf die Probe mitzunehmen.

In Griechenland hingegen wird mit 0,18 Billiarden EUR nur ein Dezehntel des italienischen Umsatzes erzielt, der eindeutig "too big to fail" ist.

Eine staatliche Insolvenz Italiens würde die gesamte Eurozone in den Tiefpunkt treiben. Beide Blocks, die EZB und die EU auf der einen wie auch die italienischen Regierungen, wissen sehr wohl, dass sie voneinander abhängig sind. Eine Zahlungsunfähigkeit Italiens könnten die Kreditgeber nicht ausgleichen. Andererseits kann es sich Italien nicht erlauben, sich aus dem EUR zurückzuziehen.

Für Argentinien war und ist die Dollarsteigerung der Schulden der entscheidende Todesfall, d.h. dass sich der Land in Phasen niedriger Zinssätze in US-Dollar schuldig gemacht hat. Doch mit dem Zinsanstieg in den USA wurde und wird in den Emerging Markets mit eigener Landeswährung ein selbstverstärkender Spiralkreis durch Schulden in US-Dollar ausgelöscht.

Letztendlich wird das Land in Konkurs gehen, die Schulden werden abgebaut und die Zahlungsmittel werden zusammenbrechen, der wirtschaftliche Verfall, die Arbeitslosigkeit und das soziale Elend aufkommen. Auch wenn die russische Staatsmacht die Oberhand verliert, besteht keine Gefahr der "argentinischen Krankheit". Im Gegensatz zu den Emerging Markets, die in US-Dollar und damit in ausländischer Währung geschuldet sind, erfolgt die Staatsverschuldung in Italien in EUR und damit in der eigenen Landeswährung.

Da keine nominale Entwertung der Schulden zu befürchten ist, kann es keine Spekulationen über einen Währungseinbruch und damit einen Wertverlust geben. Eine allmähliche, sondern nur eine radikale Anpassung des italienischen Rückzugs aus dem EZ. So lange dies nicht der Fall ist, können Sie nur durch Wetten auf den Bankrott Italiens einsteigen.

Betrachtet man die Statistiken, so zeigt sich auch, dass Italien die Maastricht-Kriterien seit 2012 nicht in einem Jahr zerrissen hat und mehr als drei Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts an Neuverschuldung erlitten hat - ganz im Gegensatz zu Frankreich vor Macron oder Spanien, die seit der Krise der Finanzmärkte immer über der Dreiprozentmarke des Defizits liegen. Die Tatsache, dass die öffentliche Verschuldung Italiens mehr als doppelt so hoch ist wie das, was sie sein darf, hat weit weniger mit den derzeitigen Staatshaushalten zu tun als mit einer Ausgaben- und Verschuldungspolitik aus einer längst vergangenen Zeit.

Die Tatsache, dass die Staatsverschuldung Italiens im Jahr 2007, also im Jahr vor der Finanzkrise, mit 100 Prozentpunkten des BSP, seitdem kontinuierlich auf mehr als 130 Prozentpunkte des BSP angestiegen ist, ist vor allem auf das viel zu geringe Wachstum der Wirtschaft zurückzuführen. Die Dramatik der italienischen Situation lässt sich daran ablesen, dass das mittlere tatsächliche Prosperitätsniveau vor der Finanzkrise 2008 auf dem Niveau Frankreichs war, heute aber rund zehn Prozentpunkte niedriger ist.

Allerdings war die Netto-Neuverschuldung in jedem Jahr im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt in Italien immer - und zum Teil sogar deutlich - niedriger als in Frankreich! In Italien hat das mittlere Pro-Kopf-BIP - gemessen an der realen Erwerbskraft, d.h. der Menge der verfügbaren Güter und Leistungen - erst seit 2015 das Niveau vor der Krise an den Finanzmärkten und liegt heute nur noch drei Prozentpunkte über dem Niveau von 2008. 2017 dagegen ist das durchschnittl.....

Langfristige konkurrenzfähige und tragfähige Struktur sind innerhalb einer Europäischen Union leichter zu errichten als mit einer von ständiger Wertverlust gefährdeten Landeswährung.

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